Umwandlung befristeter Arbeitsvertrag in unbefristet Vorlage – Ein befristeter Arbeitsvertrag gibt Sicherheit auf Zeit – aber keine Perspektive auf Dauer. Viele Arbeitnehmer wünschen sich nach Ablauf der Frist einen unbefristeten Arbeitsvertrag, um langfristig planen zu können. Doch wann und wie kann ein befristeter Arbeitsvertrag in einen unbefristeten umgewandelt werden?
Welche Rechte haben Arbeitnehmer laut Arbeitsrecht, und was müssen Arbeitgeber beachten, wenn sie eine Entfristung anbieten oder vermeiden wollen? Dieser Artikel erklärt Schritt für Schritt, wann eine Umwandlung möglich ist, welche gesetzlichen Grundlagen gelten und bietet eine Vorlage für die Entfristung.
Was bedeutet Entfristung eines Arbeitsvertrags?
Unter Entfristung versteht man die Umwandlung eines befristeten Arbeitsvertrags in einen unbefristeten. Das bedeutet: Das Arbeitsverhältnis wird auf unbestimmte Zeit fortgeführt, ohne festes Enddatum.
Rechtlich gesehen handelt es sich um einen neuen Vertrag, der das bisher befristete Arbeitsverhältnis ablöst. Diese Umwandlung kann durch ausdrückliche Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer erfolgen – oder automatisch, wenn der Arbeitgeber bestimmte Regeln missachtet.
Ein Beispiel: Wenn ein Arbeitnehmer nach Ablauf der Befristung weiterarbeitet und der Arbeitgeber die Arbeitsleistung widerspruchslos entgegennimmt, gilt das Arbeitsverhältnis gemäß § 15 Abs. 5 TzBfG (Teilzeit- und Befristungsgesetz) automatisch als unbefristet.
Wann darf ein Arbeitsvertrag befristet sein?
Das Arbeitsrecht erlaubt die Befristung von Arbeitsverträgen nur unter bestimmten Voraussetzungen (§ 14 TzBfG).
Es gibt zwei Arten von Befristungen:
| Art der Befristung | Beschreibung | Dauer |
|---|---|---|
| Sachgrundbefristung | Es gibt einen konkreten Grund (z. B. Elternzeitvertretung, Projektarbeit, Saisonarbeit). | beliebig |
| Sachgrundlose Befristung | Kein Grund erforderlich, aber gesetzlich beschränkt. | max. 2 Jahre |
Ein befristeter Arbeitsvertrag ohne sachliche Gründe darf höchstens dreimal verlängert und insgesamt nicht länger als zwei Jahre dauern (§ 14 Abs. 2 TzBfG). Wird diese Frist überschritten, wandelt sich das Arbeitsverhältnis automatisch in ein unbefristetes.
Umwandlung befristeter Arbeitsvertrag in unbefristet – Vorlage automatisch?

Ein befristeter Arbeitsvertrag wird automatisch entfristet, wenn bestimmte Bedingungen eintreten:
- Der Arbeitnehmer arbeitet nach Ablauf der Befristung weiter, ohne dass der Arbeitgeber widerspricht.
- Die Befristung wurde nicht schriftlich vereinbart (Verstoß gegen die Schriftform).
- Die Gesamtdauer der sachgrundlosen Befristung überschreitet zwei Jahre.
- Der Arbeitnehmer war bereits zuvor beim gleichen Arbeitgeber beschäftigt (Vorbeschäftigungsverbot).
- Es wurde eine nicht zulässige Verlängerung vorgenommen – z. B. Änderung der Arbeitsbedingungen bei gleichzeitiger Verlängerung.
In all diesen Fällen entsteht ein unbefristetes Arbeitsverhältnis, auch wenn der Arbeitgeber das gar nicht beabsichtigt hat.
Wie kann man einen befristeten Arbeitsvertrag in einen unbefristeten umwandeln?
Die Umwandlung kann auf zwei Wegen erfolgen:
-
Einvernehmliche Entfristung: Arbeitgeber und Arbeitnehmer schließen gemeinsam einen neuen unbefristeten Vertrag. Dabei werden die bisherigen Bedingungen des Arbeitsverhältnisses meist übernommen.
-
Automatische Entfristung: Der Vertrag wird durch Zeitablauf oder rechtswidrige Befristung automatisch unbefristet.
In beiden Fällen sollte die Entfristung schriftlich dokumentiert werden, um rechtliche Klarheit zu schaffen.
Umwandlung befristeter Arbeitsvertrag in unbefristet – Vorlage

Vorlage – Entfristung eines Arbeitsvertrags:
„Zwischen [Name des Arbeitgebers] und [Name des Arbeitnehmers] wird folgende Vereinbarung geschlossen:
-
Das bisherige befristete Arbeitsverhältnis vom [Datum] wird mit Wirkung zum [Datum] in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis umgewandelt.
-
Alle bisherigen Vertragsbedingungen behalten ihre Gültigkeit, sofern keine neuen Regelungen getroffen werden.
-
Der neue Arbeitsvertrag tritt am [Datum] in Kraft.
[Ort, Datum, Unterschriften beider Parteien]“
Diese Vorlage dient als Orientierung und sollte idealerweise vom Fachanwalt für Arbeitsrecht geprüft werden, um sicherzustellen, dass sie den gesetzlichen Vorgaben entspricht.
Welche Fristen gelten bei der Entfristung?
Eine Entfristung kann vor oder nach Ablauf der Befristung erfolgen. Wichtig ist, dass sie innerhalb von drei Wochen nach Ablauf der Befristung beim Arbeitsgericht beantragt werden muss, wenn der Arbeitnehmer die Rechtmäßigkeit der Befristung anfechten möchte (§ 17 TzBfG).
Das bedeutet: Wenn ein Arbeitnehmer glaubt, dass sein Vertrag zu Unrecht befristet ist, muss er innerhalb von drei Wochen nach Vertragsende Klage auf Entfristung erheben. Versäumt er diese Frist, gilt die Befristung als wirksam.
Welche Rolle spielt der Arbeitgeber bei der Umwandlung?
Der Arbeitgeber entscheidet, ob er einem Mitarbeiter nach Ablauf der Befristung einen unbefristeten Arbeitsvertrag anbietet. Gründe für eine Entfristung können sein:
• Zufriedenheit mit der Arbeitsleistung
• Langfristiger Personalbedarf
• Wegfall des sachlichen Befristungsgrundes
In manchen Fällen kann der Arbeitgeber aber auch verpflichtet sein, den Vertrag unbefristet fortzuführen – etwa wenn er die gesetzlichen Grenzen einer Befristung überschreitet oder das Arbeitsverhältnis faktisch weiterführt, ohne neue Vereinbarung.
Welche Vorteile bietet ein unbefristeter Arbeitsvertrag?
Für Arbeitnehmer bedeutet ein unbefristeter Arbeitsvertrag mehr Stabilität und Planungssicherheit. Die wichtigsten Vorteile:
• Kündigungsschutz: Nach sechs Monaten gilt das Kündigungsschutzgesetz (KSchG).
• Finanzielle Planungssicherheit: Banken und Vermieter bevorzugen unbefristete Verträge.
• Langfristige Entwicklung: Bessere Karrierechancen und betriebliche Weiterbildung.
Für Arbeitgeber bietet die Entfristung ebenfalls Vorteile:
• Motivierte Mitarbeiter, die sich langfristig an das Unternehmen binden.
• Weniger Aufwand durch ständige Vertragserneuerungen.
Was ist der Unterschied zwischen Verlängerung und Entfristung?
| Begriff | Bedeutung | Dauer | Wirkung |
|---|---|---|---|
| Verlängerung | Der befristete Vertrag wird innerhalb der 2-Jahres-Grenze verlängert. | bis zu 2 Jahre | bleibt befristet |
| Entfristung | Der Vertrag wird in einen unbefristeten Vertrag umgewandelt. | unbegrenzt | dauerhaft |
Achtung: Eine Verlängerung ist nur gültig, wenn sie vor Ablauf des alten Vertrags und ohne Änderung der Bedingungen erfolgt. Wird z. B. das Gehalt angepasst oder die Arbeitszeit geändert, gilt das als neuer Vertrag – und kann automatisch unbefristet werden.
Welche gesetzlichen Regelungen gelten laut TzBfG?
Das Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) ist die zentrale Rechtsgrundlage für befristete Arbeitsverträge. Die wichtigsten Punkte:
- § 14 TzBfG: Regelt zulässige Befristungen mit oder ohne sachlichen Grund.
- § 15 TzBfG: Legt fest, wann das Arbeitsverhältnis endet und wann es automatisch unbefristet wird.
- § 17 TzBfG: Bestimmt die Frist für die Entfristungsklage (drei Wochen).
Nach dem Gesetz darf ein Arbeitnehmer nicht mehrfach sachgrundlos befristet beim gleichen Arbeitgeber beschäftigt werden. Wurde der Arbeitnehmer bereits zuvor im Unternehmen angestellt, ist eine erneute sachgrundlose Befristung nicht zulässig.
Was tun, wenn der Arbeitgeber keine Entfristung anbietet?
Wenn der Arbeitgeber keine Entfristung anbietet, obwohl alle Bedingungen dafür erfüllt sind, kann der Arbeitnehmer selbst aktiv werden:
-
Gespräch suchen: Viele Arbeitgeber entfristen, wenn sie wissen, dass der Arbeitnehmer bleiben möchte.
-
Schriftlichen Antrag auf Entfristung stellen: Formulieren Sie einen klaren Antrag (siehe Vorlage unten).
-
Rechtliche Prüfung: Falls der Arbeitgeber ablehnt, kann ein Fachanwalt für Arbeitsrecht prüfen, ob ein Anspruch besteht.
Vorlage Antrag auf Entfristung:
„Sehr geehrte/r [Name],
mein aktueller befristeter Arbeitsvertrag läuft am [Datum] aus. Da ich meine Tätigkeit gerne fortsetzen möchte, bitte ich um die Umwandlung in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis. Ich freue mich über Ihre Rückmeldung.
Mit freundlichen Grüßen, [Name]“
Fazit – Umwandlung befristeter Arbeitsvertrag in unbefristet Vorlage
Eine Entfristung ist möglich – entweder durch Vereinbarung mit dem Arbeitgeber oder automatisch, wenn gesetzliche Vorgaben verletzt werden. Wer die Fristen und rechtlichen Grundlagen kennt, kann sein Arbeitsverhältnis auf unbestimmte Zeit sichern.
Wichtig ist, dass die Umwandlung schriftlich erfolgt, alle Vertragsbedingungen klar geregelt sind und der Arbeitnehmer rechtzeitig handelt, falls die Befristung fehlerhaft ist.
FAQs: „Umwandlung befristeter Arbeitsvertrag in unbefristet Vorlage“
Kann man einen befristeten Arbeitsvertrag in einen unbefristeten umwandeln?
Ja, das ist möglich – entweder durch einvernehmliche Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer oder automatisch, wenn die Befristung rechtswidrig ist. In beiden Fällen gilt das Arbeitsverhältnis dann als unbefristet.
Wie gelingt der Wechsel vom befristeten zum unbefristeten Vertrag?
- Durch ein offizielles Angebot des Arbeitgebers mit Voraussetzungen, den Vertrag zu entfristen.
- Wenn der Arbeitnehmer nach Ablauf der Befristung weiterarbeitet und der Arbeitgeber das duldet.
- Bei Verstoß gegen das TzBfG (z. B. Überschreitung der 2-Jahres-Frist oder unzulässige Verlängerung).
Wie kann ich einen befristeten Arbeitsvertrag in einen unbefristeten umwandeln?
Schreibe einen Antrag auf Entfristung oder bitte um einen neuen Arbeitsvertrag. Beispieltext:
„Ich bitte um die Umwandlung meines befristeten Arbeitsvertrags in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis zum [Datum].“
Wenn der Arbeitgeber nicht reagiert, kannst du dich an einen Fachanwalt für Arbeitsrecht wenden oder Entfristungsklage einreichen.
Wann kann ein befristeter Vertrag in einen unbefristeten Vertrag umgewandelt werden?
- Wenn die gesetzliche Höchstdauer der Befristung überschritten ist.
- Wenn der Arbeitnehmer weiterarbeitet, ohne dass der Arbeitgeber widerspricht.
- Wenn die Schriftform nicht eingehalten wurde.
- Wenn der Arbeitnehmer bereits zuvor beim selben Arbeitgeber beschäftigt war.








